Der
Aalfang geht zurück!
So schön dieser
Aal auch ist: Seit Jahren stellen wir bei der Auswertung unserer Fanglisten
fest, dass der Aalfang permanent rückläufig ist. Diese Tatsache
ist allerdings nicht nur bei uns so, sondern in ganz Europa!
Dafür sind
einige Dinge verantwortlich: |
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Einerseits
sind unsere Flüsse durch Wehre und Schleusen und nicht ausreichenden
Fischtreppen so versperrt, dass der Aal nicht mehr richtig aufsteigen kann.
Anderereits wird der Glasaal bereits an den Küsten abgefischt und in
der Hauptsache nach Asien als Delikatesse verkauft!
Hinzu
kommt nun noch, dass der Aal bereits als Jungfisch von Parasiten auf der Schwimmblase
befallen wird und er dadurch nicht mehr in die Tiefe des Sargassomeeres zum
Laichen abtauchen kann.
Seit Bestehen
unseres Vereins werden unsere Gewässer mit Glasaalen besetzt. Damit nehmen
wir ihm den Weg durch die versperrten Flüsse ab!
Allerdings
ist das Kilo Aal sprunghaft im Preis gestiegen, (teilweise bis zu 400 €),
sodass der Besatz recht teuer wurde.
Ein Kg Glasaal
(ca. 3000 Stück) kostet zur Zeit rund 250,- €. Davon überleben
nach dem Aussetzen rund 10%!
Um diese
Überlebensrate auf ungefähr 50% anzuheben, hat unser Gewässerwart
Wolfgang Jeske 2 Jahre lang Versuche gemacht, den kleinen Glasaal "vorzustrecken".
Das bedeutet, dass der Fisch Ende März bei uns als 3-6 cm langer Glasaal
ankommt, in Behältern mit angewärmtem Wasser gefüttert wird
und nach etwa 3 Monaten eine Länge von rund 15 cm erreicht.
Nun ist es
Juni, unsere Gewässer sind erwärmt, genügend Nahrung ist vorhanden.
Wenn wir nun den vorgestreckten Aal aussetzen, hat er eine erheblich verbesserte
Chanche, im freien Wasser abzuwachsen!
Wir bitten
euch eindringlich, wenn Ihr untermässige Aale fangt, diesen vorsichtig
zurückzusetzen!
Um die Aale
vorzustrecken, hat der Verein eine Aquariumanlage gekauft, die aus 12 Einzelbecken
besteht. Dadurch kann Wolfgang Jeske den Fisch in kleiner Besatzdichte füttern
und pflegen. Ein ausgeklügeltes System verhindert die Wasserverschmutzung
und -vergiftung.

Wolfgang beim Auswiegen des
Futters |

Die kleinen Aale nach 2 Monaten |

Der Stein ist ein beliebter
Unterstellplatz |
Wie
kam es zur Aal-Aufzuchtstation?
Es begann alles durch
einen Zufall. Wolfgang Jeske setzte sich ca. 20 Glasaale in seinen neugeschaffenen
Gartenteich. Nach ca. einen halben Jahr hat er diesen abgelassen und musste
feststellen, dass die Glasaale ca. das 2,5 fache an Gewicht und Grösse
zugelegt hatten.
Wir probierten beim
nächsten Glasaalbesatz das Gleiche in einem Aquarium. Die Glasaale wurden
mit Zuckmückenlarven gefüttert und wuchsen kräftig ab. Der
Nachteil war nur, dass ein oder zwei Aquarien zu wenig waren.
Wir beschlossen eine
ehemalige Zoogeschäft-Aquariumanlage zu kaufen und diese bei Wolfgang
in der Garage unterzubringen. Diese bestand aus 12 Aquarien, die teilweise
bis zu 3 mal unterteilt waren, 12 Filteranlagen sowie Sauerstoffzufuhr und
Heizungen. Um diese Anlage
allerdings betreiben zu können, mussten wir noch einige Umbaumaßnahmen
durchführen.
Als erstes haben wir
die Trennwände zwischen den einzelnen Becken herausgetrennt und 12 große
Becken geschaffen. Dann wurden alle Becken durchbohrt und mit einen eigenen
Ablauf versehen. Anschließend wurde die Anlage neu verrohrt, mit je
einem absperrbaren Zulauf und Ablauf versehen. Ein zentrales Filtersystem
wurde geschaffen, um in der gesamten Anlage die gleichen biologischen Lebensbedingungen
zu gewährleisten und um die Reinigungsarbeiten zu minimieren.
Am 12. März 2002
ging die Anlage an den Start. Wir besetzten die Aufzuchtstation mit ca. 6.000
Glasaalen. Wolfgang probierte diverse Futtersorten aus. Er musste feststellen,
dass die kleinen Aale am liebsten Zuckmückenlarven vernaschten. Wir haben
die ersten vorgestreckten Aale 1 Monat später ausgesetzt.
Fazit ist, dass die
Glasaale das 2,5 fache an Gewicht zugelegt haben. Dadurch erhöht sich
ihre Lebenserwartung in freier Natur um das vielfache.
Die restlichen Vorgestreckten
kamen dann am 13.06.2002 in unsere Gewässer. Auch in den Folgejahren
haben wir mit viel Erfolg die Aale aufgezogen, um sie schließlich im
Frühsommer in unsere dann nahrungsreichen Gewässer zu setzen.
Wir bedanken uns bei
allen Helfern, die dazu beigetragen haben, dass wir die Aalstation aufbauen
konnten und reibungslos betreiben können.
Wolfgang Jeske
und Volker Schwarz
Die fertig aufgebaute Aalstation in der Garage beim Gewässerwart.