Dänemark–Langeland |
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Schon als Kind bin ich mit meinen
Eltern einmal im Jahr nach Dänemark in Urlaub gefahren. Bereits damals
stand das Angeln im Meer ganz oben auf der Liste aller Urlaubsträume.
Vor etwa 25 Jahren bin ich das erste Mal mit zwei Freunden (beide Vereinsmitglieder)
auf die Insel Langeland gekommen und war begeistert!
Landschaftlich überaus ansprechend mit einigen teilweise recht hohen Dühnen
hat man eigendlich gar nicht so den Inselcharakter. Eine Straße führt
fast mittig über das 47KM lange und maximal 7 KM breite Eiland (Langes
Land). Die davon abgehenden Stichstraßen sind alle gut ausgebaut und wenig
befahren. Deshalb sind Fahrradtouristen hier auch sehr gern unterwegs. Wälder
und sehr große Raps- und Getreidefelder machen die Hauptfläche der
Insel aus. Dazwischen liegen, wie überall in Dänemark, kleine, meist
noch strohgedeckte, alte Einzelgehöfte aber auch kleine Fischerdörfer
und die Inselhauptstadt Rudköbing. Überall findet man noch den typischen
alten, recht bunten Fachwerkbaustiel mit den geduckten Dächern.
Anglerisch war und ist alles möglich. Viele Langeländer haben sich
auf die Vermietung von Ferienhäusern für Angler spezialisiert. Ein
Motorboot ist in der Regel auch gleich mit zu mieten, denn in Dänemark
braucht man keinen Bootsführerschein!
Die Häuser liegen oft in Feriensiedlungen auf einem jeweils ca. 1000qm
Grundstück. Sie sind zweckmäßig eingerichtet und haben in der
Regel eine große Tiefkühltruhe (wenn man ankommt für die Vorräte
und dann für den Fisch). Viele Häuser haben auch einen Fischschlachteplatz.
Meist sind sie für 6-8 Personen geeignet.
Somit sind die Voraussetzungen erfüllt.
Und nun zum Fischen:
Die Insel hat drei Küstenseiten die sich überall, sowohl von Land
als auch vom Boot gut befischen lassen. Dies sind die Nord- Ost- und Südseiten,
die schon recht dicht am strand eine gute Wassertiefe haben. Die Westseite hat
nur einige wenige beangelbare Stellen. Auf dieser Seite befinden sich viele
vorgelagerte kleine Eilande und Inseln und die Wassertiefe erreicht teilweise
nicht mal einen Meter. Für mich ist das die Badeseite.
Bootsfischen
Je nach dem, in welcher Ecke man wohnt, besteht die Möglichkeit im Hafen
oder an einer der vielen freien Slippanlagen sein Boot ins Wasser zu lassen.
Ich bin schon solange ich dort bin auf Südlangeland auf der Ostseite am
Bukkemose-Strand, wo sich seit einigen Jahren eine öffendliche (kostenfreie)
und eine private jeweils betonierte Slipanlage befindet. Hat man endlich abgelegt
und es geht auf See (ein geiles Gefühl) kommt immer die Frage: „Wohin
und wie Tief?“ Dazu eine grundsätzliche Regel: Im Sommer ist das
Wasser warm und der Fisch zieht ins Tiefe. Das heißt, bei Wassertemperaturen
von 18 Grad und mehr Wassertiefe zwischen 22 und 40 Metern. Je kälter das
Wasser ist, umso dichter ist der Fisch an Land. So kommt es, dass man in den
Monaten Oktober bis Mai den Dorsch hier auf „Sicht“ bei 4-6m fängt.
Nur bei extrem kalten Wintern zieht der Fisch wieder in die tiefen Löcher,
in denen es dann nicht so kalt wird. Deshalb empfehle ich, immer schon mal im
flacheren Wasser anhalten und testen.
Gut kann man sich vorstellen, dass man in so geringen Tiefen keine Multirolle
benutzen muß. Auch die schwere Pilkrute kann getrost für Norwegen
geschont werden. Mein Gerätetipp: Eine ca. 3 m lange Spinnrute (Steck)
mit etwa 80 gr Wurfgewicht, dazu eine 35-50er Stationärrolle mit Frontbremse
und einer guten geflochtenen Schnur mit rund 10 Kg Tragkraft. Denn auch bei
den Meeresfischen gilt: immer so fein und leicht wie möglich.
Auch die Köder sollten nun angepasst werden. Kleine Pilker von 20 –
80gr können eingesetzt werden. Als besonders fängig haben sich Twister
der Größe 10 – 15 cm montiert an kleinen Jigköpfen mit
ca. 10-30 gr erwiesen. Beide Varianten gelten vom treibenden Boot und in erster
Linie auf Dorsch. Auch wenn schon mal ein Steinbutt, eine Meerforelle oder sogar
ein Leng auf diese Köder gebissen hat. Der Dorsch ist und bleibt nun mal
in diesen Gewässern der Brot – und Butterfisch!
Eine andere Möglichkeit ist, mit dem Boot auf etwa 6 – 10 mtr Wassertiefe
zu fahren und zu ankern. Dann kann man mit gleicher Rute/Rolle und einem Brandungsvorfach
mit Watt- oder Seeringelwurm bestückt sehr erfolgreich auf „Platte“
gehen.
Bei allen Ausfahrten mit dem Boot sollte Sicherheit das oberste Gebot sein.
Alkohol sollte möglichst gar nicht an Bord konsumiert werden, dazu ist
abends in der Hütte Zeit genug. Täglich sollte der Benzinvorrat überprüft
werden! Nicht mit ¼ Tankfüllung rausfahren, denn die Strömungen
sind manchmal gewaltig. Und immer das Wetter im Auge behalten! Der Sturm ist
oft schneller als man selbst.
Angeln vom Ufer
Die Krönung ist für jeden Angler das Silber aus dem Meer: die Meerforelle.
Ideales Gerät ist eine ca.3,10 mtr Spinnrute mit etwa 40 gr Wurfgewicht.
Dazu eine 30er Stationärrolle mit Frontbremse und eine 25 -28er Schnur.
Als Köder alle gängigen Meerforellenblinker von 16 – 30 gr.
Alternativ kann auch eine 3,60 mtr lange Rute mit 60 – 80 gr Wurfgewicht
als Spirolinorute benutzt werden. Dann kann man sehr gut Streamer und Tubenfliegen
werfen.
Ein Einheimischer Meerforellenspezialist gab mir den Tipp: Gehe früh morgens,
möglichst nur in 2er Gruppen, dahin wo Steine im Wasser liegen und verhalte
dich ruhig. Wer das beherzigt, hat auf Langeland und auf der Nachbarinsel Fynen
hervorragende Aussichten auf das Meeressilber.
Auch Brandungsangeln ist in der entsprechenden Jahreszeit (ca. Ende September
bis Mitte Mai) eine erfolgreiche Angelmöglichkeit. Daher finden auf Langeland
sehr oft große Wettkämpfe statt.
Hauptsächlich Fangmöglichkeiten auf Langeland:
Dorsch, alle Sorten Plattfische incl. Steinbutt, Wittling, Seehasen, Meerforelle,
Lachs
Ich bin nun 25 Jahre auf der Insel
und immer wieder hört man, dass der Fischbestand zurückgegangen ist.
Das muss auch ich zugeben. Aber es hat in all diesen Jahren gute und auch schlechte
Fangjahre gegeben. Nach sehr Schlechtem folgte fast immer ein Gutes! Und mal
ehrlich, sind 15-20 gute Dorsche pro Angeltag und Angler nicht genug? Solche
Ergebnisse sind immer noch regelmäßig drin.
Anreise:
Der schnellste Weg ist die A7 über Hamburg nach Flensburg. Dort heißt
die Autobahn dann E 20 und führt über Kolding bis nach Odense auf
Fynen. Hier verlassen wir die Autobahn und fahren auf der B9 in Richtung Svendborg
und weiter bis nach Langeland.
Man kann auch nur bis Kiel fahren und dort die Fähre nach Bagenkoop an
der Südspitze Langelands nehmen. Da aber Samstags in ganz Dänemark
Hauswechsel ist, hat man den Fährpreis genau an diesem Tag tüchtig
angehoben.
Preise:
Da Dänemark insgesamt nicht ganz billig ist, empfehle ich möglichst
sehr viele Lebensmittel und Getränke von zu Hause mitzunehmen. Ich koch
sogar zu Hause ganze Mahlzeiten vor, dann ist vor Ort mehr Zeit zum Fischen!
So lebt man nicht teurer als zu Hause. Ein Motorboot ca. 4,20mtr mit 10 PS kostet
auf Straßentrailer etwa 175,-€ pro Woche. Ferienhäuser sind
sehr unterschiedlich im Preis, der sich nach Größe, Ausstattung und
vor allem nach der Saison richten.
Im Internet findet man 2 Anbieter, die preislich und Leistung akzeptabel sind:
www.thf.dk
www.oesterskov.dk
Dort könnt Ihr Euch Häuser,
Boote und natürlich jede Menge Fische und die Insel ansehen. Man sieht
sich auf Langeland.

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